HP Cloud Index: Cloud Einsatzgrad steigt 2011 im Mittelstand um 60 Prozent

Mit dem HP Cloud Index präsentieren techconsult und HP Deutschland die Langzeituntersuchung zur Stellung von Cloud Computing in mittelständischen Anwenderunternehmen. In der Befragungswelle vom November/Dezember 2011 setzte sich die positive Marktentwicklung kontinuierlich fort und erreicht mit einem Cloud-Einsatzgrad von 16 Prozent den höchsten Wert im Jahr 2011. Im Vergleich zum 4. Quartal 2010 ergibt sich ein 60prozentiges Wachstum des Einsatzgrades innerhalb von 12 Monaten. Doch nicht nur der Cloud-Einsatzgrad ist im Jahresverlauf 2011 deutlich gestiegen, auch der Beschäftigungsgrad mit der Cloud steigt kontinuierlich und wird 2012 den Cloud-Einsatz weiter vorantreiben.

Mit der Befragung vom November/Dezember ist die dritte Erhebungswelle des HP Cloud Index Mittelstand erfolgreich abgeschlossen und erlaubt einerseits den direkten Vergleich mit den im Jahresverlauf 2011 erhobenen Daten, andererseits eine Prognose der zukünftigen Entwicklung von Cloud Computing im deutschen Mittelstand. Sowohl für Anbieter als auch Anwender stellt die Studie – durchgeführt unter quartalsweise je 200 Unternehmen in einer Größenklasse von 20 bis 2.000 Mitarbeitern – einen interessanten Gradmesser für die Akzeptanz und Marktreife von Cloud-Computing-Angeboten dar. Neben den Cloud-Einsatzgraden werden durch die Studienteilnehmer die Vorteile von Cloud-Lösungen sowie die individuelle Cloud-Fitness bewertet.

Zum Jahresende deutliche Steigerung des Cloud-Einsatzes

Nicht nur gegenüber dem vierten Quartal 2010 ist eine deutliche Steigerung der Cloud-Nutzung unter den 200 befragten Unternehmen zu verzeichnen, auch im Vergleich mit dem Vorquartal konnte eine Steigerung um nahezu 4 Prozentpunkte festgestellt werden.

Insbesondere Software-as-a-Service-Angebote (SaaS) wurden im vergangenen Quartal stärker genutzt und kommen bei über 12 Prozent der Unternehmen zum Einsatz. Dabei werden bevorzugt Standardanwendungen wie Groupware/Collaboration-, Office- oder CRM-Lösungen genutzt. Die Teilnehmer des Index gaben jedoch an, dass die Lösungen häufig ergänzend zu traditionell betriebenen IT-Systemen zum Einsatz kommen. Dies biete den Unternehmen mehrfache Vorteile: Sie können die Lösungen im laufenden Betrieb dauerhaft und belastbaren Tests unterziehen und somit den tatsächlichen Mehrwert besser einschätzen. Gleichzeitig baut die IT Cloud-Know-how auf und kann die Akzeptanz der Lösung unter den Endanwendern prüfen. Die Gewährleistung des laufenden Betriebes und die bestmögliche Unterstützung der Geschäftsprozesse steht bei der Nutzung oft im Vordergrund. In einzelnen Fällen berichteten Teilnehmer der Studie aber auch von grundlegenden Umstrukturierungen der Geschäftsabläufe im Zuge des Cloud-Einstiegs, mit dem Ziel, agiler und reaktionsschneller auf Veränderungen reagieren zu können. Hier wurde die Initiative zur Cloud-Einführung zu wesentlichen Teilen von der obersten Führungsebene getragen.

Der Bereich der Plattform-Services differenziert sich immer stärker aus und deckt verschiedene Anforderungen der Anwender ab. Häufig ist es für die IT-Entscheider schwierig, aus den verschiedenen Angeboten die richtige Wahl zu treffen. In den vergangenen Monaten war für viele Ansprechpartner gerade die fehlende Überschaubarkeit des PaaS-Marktes ein Ausschlusskriterium – noch verstärkt durch das Gefühl, die Lösungsangebote seien noch nicht ausgereift und die Investitionssicherheit zweifelhaft. So vertrauten viele Mittelständler eher darauf, eigene Anwendungen auf selbst-administrierten Infrastruktur-Umgebungen in einer Public Cloud laufen zu lassen, als auf eine originäre PaaS-Lösung aufzusetzen. Teilweise befürchten die Unternehmen hierbei auch, die Kontrolle über die IT zu verlieren. Die PaaS-Infrastruktur wird dem Kunden abstrahiert und automatisiert bereitgestellt – dagegen kann der Anwender auf seine IaaS-Kapazitäten in (nahezu) gewohnter Manier zugreifen und diese administrieren.

Konkrete Cloud-Planungen bei nahezu einem Drittel der Teilnehmer

die Konstanz im Cloud-Nutzungsverhalten. Während im Frühjahr noch einige Befragte nur Lastspitzen mit Cloud-Lösungen abfederten, sind Cloud-Services bei den meisten Teilnehmern nunmehr fest in der IT-Infrastruktur verankert und werden dem tatsächlichen Bedarf angepasst. Einerseits ist dies durch den Aufbau von Private Clouds bedingt, aber auch die Nutzung eines externen Services ist längerfristig angelegt. Die feste Inkorporierung der Angebote in die IT-Abläufe ist aber auch weiteren Punkten geschuldet: Einerseits bieten viele Cloud-Anbieter Vergünstigungen bei Mindestvertragslaufzeiten, andererseits bevorzugen viele Teilnehmer der Befragung eine sichere Planbarkeit des Bezuges und verbinden mit kontinuierlichen und langfristigen Vereinbarungen ein gewisses Sicherheitsgefühl. Des Weiteren ist der Druck einer vollständigen Skalierbarkeit häufig nicht gegeben. Nutzerzahlen und Einsatz der Cloud-Services sei in der Regel auch über einen längeren Zeitraum planbar. Außerdem fehlten häufig die Ressourcen, den tatsächlichen Bedarf auch zeitnah zu ermitteln. Aus diesen Gründen könnten diese Vorteile des Cloud Computing gar nicht ausgeschöpft werden und stehen bei der Evaluation von Angeboten nicht im Vordergrund.

Public Cloud mit deutlicher Zunahme Ende 2011

Eine deutliche Zunahme konnte die Bereitstellungsform der Public Cloud im letzten Quartal 2011 verzeichnen. Zwar war ein leichtes Wachstum bereits im dritten Quartal prognostiziert worden, dieses fiel aber intensiver aus als vorausgesagt. Hier sind weiter Angebote aus den Bereichen SaaS besonders stark nachgefragt, gleichzeitig treibt an diesem Punkt auch der gestiegene PaaS-Einsatz das Public-Cloud-Modell voran. Wichtigstes Modell ist nach wie vor die Private Cloud, die in der Regel als Einstiegsmodell präferiert wird. Neben dem tatsächlichen Betrieb innerhalb der Unternehmen, spielt dabei auch immer wieder die Bereitstellung durch einen externen Dienstleister eine wichtige Rolle. Hinsichtlich der Prüfung von Letzteren betonten die Teilnehmer der Befragung jedoch, Public-Cloud-Angebote als Vergleichswerte heranzuziehen.

Im vierten Quartal 2011 konnte auch die Hybrid Cloud ein deutliches Wachstum verzeichnen – in der Regel auf Kosten eines dedizierten Private-Cloud-Einsatzes. Wie in den vorangehenden Wellen betrachten die Ansprechpartner dieses Modell als das leistungsfähigste. Eine vollständige Umstellung auf den Bezug von IT-Leistungen über ein Public-Cloud-Modell scheidet in der Regel für die Teilnehmer aus. Individualisierte und an die Geschäftsprozesse angepasste IT-Systeme werden von den Ansprechpartnern als erfolgskritisch eingeschätzt und gleichzeitig angenommen, dies sei mit standardisierten Public-Cloud-Lösungen nicht möglich. Der Einstieg in die Cloud-Welt über den Aufbau einer Private Cloud erlaube vielmehr, die Individualität aufrechtzuerhalten und trotzdem von den Vorteilen des Cloud Computings zu profitieren. Den entscheidenden Beitrag zur Flexibilisierung bietet die Weiterentwicklung in eine Hybrid Cloud, in der das Unternehmen sich auf seine Kernkompetenzen konzentrieren kann und von Routineaufgaben in standardisierten Bereichen entlastet wird.

Viele Mittelständler beschäftigen sich indes bereits intensiv mit den Grundbedingungen für einen Cloud-Aufbau im eigenen Unternehmen. So konnte im Jahresverlauf 2011 eine deutliche Zunahme der Virtualisierung- als auch der Standardisierungs- und Automatisierungsanstrengungen festgestellt werden. In einer Selbsteinschätzung gaben die Teilnehmer Ende 2011 an, ihre IT sei zu über 50 Prozent standardisiert – ein Wert der angesichts der häufig historisch gewachsenen Heterogenität der Systeme überrascht. Virtualisierung gehört auch im Mittelstand zum grundlegenden Werkzeug der IT-Abteilungen, allerdings wird sie von vielen Unternehmen nur eingeschränkt im Unternehmen eingesetzt. Unternehmenskritische Systeme werden zur Garantie der Verfügbarkeit von der Virtualisierung ausgeklammert oder der siloartige Betrieb von Anwendungen auf virtualisierter Grundlage fortgeführt – ohne dass sich die Auslastung der zugrundeliegenden Infrastruktur signifikant steigert.

Mittelständler beschäftigen sich intensiver mit Cloud Computing

Während sich im Vorquartal nahezu drei Viertel der befragten Unternehmen nur oberflächlich oder gar nicht mit Cloud-Computing-Modellen auseinandergesetzt hatten, ist in den aktuellen Ergebnissen ein deutlich positives Wachstum des Beschäftigungsgrads mit Cloud-Angeboten und –Technologien zu verzeichnen. Mehr als ein Drittel der Unternehmen hatte sich im vierten Quartal 2011 intensiv mit Cloud Computing auseinandergesetzt. Maßgeblich findet diese Auseinandersetzung innerhalb der IT-Abteilungen statt. Auch von den teilnehmenden Geschäftsführern wird die Cloud als ein Thema angesehen, das von der IT-Abteilung betreut und getrieben werden muss. „Die Cloud wird immer mehr zum strategischen Element in den Planungen der IT und ist ein festes Angebot im Portfolio von Anbietern und lokalen IT-Dienstleistern. Der bisherige Erfolg des Modells im Mittelstand wird die cloud-ablehnende Haltung vieler Entscheider ins Wanken bringen“, so Ulrich Seibold vom Cloud Index Sponsor HP. Darüber hinaus würde die Cloud auch innerhalb der Geschäftsführung bzw. den Fachabteilungen eine zunehmend wichtigere Rolle spielen und als Mittel gesehen, die Anforderungen der Geschäftsprozesse ideal und flexibel durch IT-Ressourcen unterstützen zu können. Bislang kommt der Anstoß zur Einführung gelegentlich auch aus den Fachabteilungen oder der Geschäftsführung selber. Im Vergleich zu anderen innovativen IT-Lösungen steht die Beschäftigung mit Cloud Computing in den IT-Abteilungen derzeit häufig noch hinten an.

Cloud User Check

Auf Basis der aktuellen Ergebnisse stellen techconsult und HP den Cloud User Check (www.cloud-user-check.de) zur Verfügung.
Sowohl für erfahrene Cloud-Nutzer als auch Neulinge bietet das Online Tool eine attraktive Möglichkeit, die eigene Cloud-Position mit der vergleichbarer Unternehmen ihrer Branche und Größenklasse zu benchmarken. Neben dem Cloud-Einsatzgrad gibt das webbasierte Tool Antworten auf Fragen nach der Cloud-Fitness und der Nutzenbewertung von Cloud Computing.


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