Online-Umfrage des Forschungsprojekts Biz2Grid zur Infrastruktur-Cloud-Computing-Nutzung

Welchen Nutzen und welche Schwierigkeiten erwarten Unternehmen bei der Einführung neuer Infrastruktur-Cloud-Computing-Dienste? Von welchen Faktoren werden die IT-Verantwortlichen bei ihrer Entscheidung beeinflusst? Mit diesen und weiteren Fragen beschäftigt sich eine aktuelle Studie des Lehrstuhls Information & Market Engineering am Karlsruher Institut für Technologie; die Studie wird derzeit per Internet-Fragebogen (www.iaas-studie.de) durchgeführt.

Studie zu Cloud Computing

Die Nutzung und der Vertrieb von IT-Infrastruktur wird unter dem Schlagwort „Infrastructure-as-a-Service“(IaaS) als ein Bereich des Cloud Computing intensiv von der IT-Branche diskutiert. Von wissenschaftlicher Seite wird dieses IT-Beschaffungsmodell am Karlsruher Lehrstuhl für Information & Market Engineering im Rahmen eines Forschungsprojekts untersucht. Was bewegt Unternehmen, Cloud-Computing-Dienste in Anspruch zu nehmen und welche technischen, rechtlichen, ökonomischen und organisatorischen Faktoren spielen bei dieser Entscheidung eine Rolle?

„Uns interessiert, welche Branchen besonders an Cloud Computing interessiert sind, wie der Entscheidungsprozess konkret abläuft und welche wesentlichen Akzeptanzfaktoren existieren.“, so Studienleiter Jörg Strebel, der am Institut für Informationswirtschaft und -management des Karlsruher Instituts für Technologie forscht, „Das Phänomen Cloud Computing steckt in Deutschland noch in den Kinderschuhen. Damit es zum Durchbruch kommt, müssen Anbieter von Cloud Services bereits jetzt die IaaS-Erfolgsfaktoren identifizieren. Unsere Studie ist hierzu ein erster Schritt.“ Die Studie wird im Rahmen des Projekts Biz2Grid durchgeführt, das dabei angetreten ist, die Ressourcennutzung über das Internet vor allem für betriebswirtschaftliche Anwendungen zu erschließen.

Gewinnspiel und Studienergebnisse für die Teilnahme

Um die Fragestellungen beantworten zu können, bitten die Karlsruher Forscher IT-Manager und Cloud-Anwender um Teilnahme an ihrer Umfrage. Die Untersuchungsergebnisse werden wissenschaftlich veröffentlicht. Die Teilnehmer erhalten auf Wunsch nach Abschluss der Studie eine Auswertung der Ergebnisse. Für die Beantwortung der Fragen ist kein Spezialwissen erforderlich, relevant ist nur die persönliche Einstellung und Einschätzung des einzelnen IT-Entscheiders. Mitmachen lohnt sich: Unter allen Teilnehmern werden Bücher zum Thema „Cloud Computing“ verlost. Unterstützung erfährt das Forschungsprojekt dabei von der Frankfurter Unternehmensberatung Proventa AG.

Cloud Computing in Deutschland noch am Anfang

Während die eine Gruppe der IT-Branche nur von einem vorübergehenden Hype spricht, nimmt die andere Gruppe Cloud Computing als einen unaufhaltsamen Paradigmenwechsel wahr. „Die Vorteile reichen von der Verlagerung von IT-Investitionen zu variablen Kosten, über höhere Elastizität und Verfügbarkeit der IT-Leistungen bis hin zu einer größeren Flexibilität bei der Umsetzung neuer Geschäftsmodelle.“, so Christian Strenge, Partner bei der Proventa AG und dort verantwortlich für das Thema Cloud Computing.

Dessen ungeachtet nutzen derzeit noch wenige Unternehmen das attraktive Mietmodell. Laut einer IDC-Studie aus dem Jahr 2009 haben sich drei Viertel der über 800 befragten mittelständischen Unternehmen noch nicht einmal mit diesem Trend befasst. Ein klares Indiz dafür, dass Cloud Computing in Deutschland noch am Anfang steht. Dennoch nutzen oder planen jeweils sieben Prozent der befragten Unternehmen Cloud Computing in den kommenden zwölf bis 24 Monaten. „Für diese Unternehmen ist Cloud Computing der konsequente Schritt in die Zukunft – hin zu einer flexiblen, Service-Orientierten IT.“, so Dr. Dietmar G. Wiedemann, Cloud-Computing-Experte bei der Proventa AG.

Nicht nur Sicherheitsbedenken beim Cloud Computing

Zwar bietet Cloud Computing klare Vorteile – aber auch hier hat die Medaille zwei Seiten. Dabei schüren Pressemitteilungen über abgeflossene oder verloren gegangene Daten die Bedenken deutscher IT-Entscheider. Eine Studie des Branchen-Verbands BITKOM zeigt, dass knapp 70 Prozent der befragten 124 deutschen IT-Entscheider noch grundsätzliche Bedenken gegenüber dem neuen Vertriebsmodell äußern. Dabei spielen vor allem Sicherheitsaspekte eine Rolle. Ein möglicher Datenverlust ist zwar nicht ausschließlich ein Problem von Cloud Computing, hat aber in diesem Fall wegen der meist sensiblen und wichtigen Unternehmensdaten weitreichende Folgen. Daher stellt Cloud Computing besondere Anforderungen an die IT-Sicherheit, wobei vertrauenswürdigen Infrastrukturen eine zentrale Bedeutung zukommt.

„Daneben hemmen das fehlende Verständnis für das Konzept an sich, die momentane rechtliche Grauzone sowie unzureichende Service Level Agreements die Verbreitung von Cloud Computing in deutschen Unternehmen.“, stellt der Karlsruher Forscher Jörg Strebel fest. Seine vorangegangene Expertenbefragung belegt außerdem, dass die schwierige Kosten-Nutzen-Abschätzung und die Herausforderungen der Beurteilung des Cloud-Computing-Anbieters eine zurückhaltende Einstellung bewirken.

„Wenn Unternehmen in der Cloud ihre IT-bezogene Agilität erhöhen wollen, müssen sie die technischen, ökonomischen, organisatorischen und rechtlichen Herausforderungen dieser Technik verstehen und wissen, wie sich die Umstellung auf Cloud Computing auf ihre Organisation auswirkt.“, so Christian Strenge, „Erst dann kann eine Implementierungsstrategie ausgearbeitet und der Nutzen des Mietmodells realisiert werden“.

Link zur Umfrage

Über den Lehrstuhl Information & Market Engineering Prof. Weinhardt

Der Forschungsschwerpunkt liegt auf der interdisziplinären Betrachtung sowie der prototypischen Umsetzung und experimentelle Analyse elektronischer Märkte in diversen Projekten. Theorien, Methoden und Werkzeuge aus den Disziplinen Wirtschaftswissenschaften, Informatik und Recht finden dabei Anwendung. Die am Lehrstuhl tätigen Forscher bearbeiten innovative Fragestellungen und Probleme aus den Bereichen Finanzen, Logistik, eCommerce und Energie in enger Kooperation mit Partnern in der Industrie und Wissenschaft. Weitere Informationen unter www.im-uni-karlsruhe.de


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