techconsult IT-Cloud-Index: Geteiltes Echo auf PRISM und Cloud Computing

“Während die Unternehmen, die bereits Cloud Lösungen im Einsatz haben, auch weiterhin auf Cloud Services setzen werden, wurden die Kontra-Argumente der „Cloud-Skeptiker“ weiter gestärkt,” zu diesem Ergebnis kommt der IT-Cloud-Index des Marktforschungsunternehmens techconsult in einer Zwischenbilanz zu den Auswirkungen des derzeit so heiß diskutierten Abhörskandals “PRISM” und der Folgen, die mittelständische deutsche Unternehmen daraus bei ihren Plänen einer Nutzung von Cloud Services ziehen. Allerdings seien die Auswirkungen von PRISM auf die Entscheidung pro oder contra Cloud Computing deutlich geringer als erwartet, erklärt techconsult im Zwischenbericht.

“Datensammelwut” der Geheimdienste nicht erst seit PRISM

Die laut techconsult “rasant entstandene Empörung” über die Datensammelwut der Geheimdienste unterschiedlicher Staaten steht im krassen Gegensatz zur Tatsache, dass bereits seit 2001 beispielsweise die EXistenz des Spionagenetzes “Echelon”, das von den USA, Großbritannien, Australien, Neuseeland und Kanada umgesetzt wurde, der breiten Öffentlichketit bekannt sein müssten. Immerhin wurde Echelon damals offiziell vom Europäischen Parlament bestätigt. Echelon überwacht private und geschäftliche Telefongespräche, Faxverbindungen und Internet-Daten und wertet diese vollautomatisch nach festgelegten Kriterien aus. Insofern ist PRISM laut techconsult lediglich eine “Neuauflage mit den Möglichkeiten der Technologien von heute”. techconsult weiter: “Der von den USA als direkte Antwort auf die Terroranschläge vom 11. September 2001 ins Leben gerufene ‘Patriot Act’ zeigte zudem ganz offiziell, dass unter anderem der potenzielle Zugriff von US-Behörden auf Cloud-Daten amerikanischer Unternehmen schon lange möglich ist.”

Skepsis der Nicht-Cloud-Nutzer steigt

Dennoch scheint die aktuelle PRISM-Diskussion ihre Wirkung insbesondere bei den Unternehmen in Deutschland, die bisher noch keine Cloud Services nutzen, nicht zu verfehlen. Wie der techconsult IT-Cloud-Index herausgefunden hat, lehnen “38 Prozent der befragten Unternehmen ab, zukünftig Cloud-Services für Ihre Belange einzusetzen und nennen als Multiplikator für ihre Ablehnung PRISM. Auffallend in dieser Befragungswelle ist jedoch das Ergebnis, dass fast jedes zweite Unternehmen Cloud-Lösungen völlig unabhängig vom Spionageskandal nicht einsetzen möchte, da der Bedarf für das Unternehmen schlichtweg nicht vorhanden sei.”

Cloud Nutzer wenig beeindruckt

Dagegen scheint die Angst der Unternehmen, die bereits Cloud Computing-Lösungen einsetzen, vor einer “PRISM Cloud” weniger hoch zu sein. “61 Prozent der befragten Unternehmen, die Cloud Computing bereits im Einsatz haben, gaben in unserer Langzeitstudie an, dass sie keine Konsequenzen wegen der Veröffentlichungen der PRISM-Aktivitäten ziehen werden. Die Vorteile von Cloud Computing überwiegen die durch PRISM initiierten Bedenken”, gibt techconsult als Ergebnis seiner Umfrage bekannt.

Cloud Computing-Anbieter: Des einen Schatz, des anderen Leid

“Der wirklich große Schaden bezogen auf PRISM und Cloud Computing dürfte bei den amerikanischen Cloud-Anbietern liegen, deren Cloud-Geschäft auch in Deutschland beheimatet ist. Eine der wichtigsten Komponenten bei Cloud-Lösungen, nämlich das Vertrauen in den Anbieter und dessen Sicherheit zu gewährleisten, dürfte nachhaltig gestört sein”, nennt techconsult die wahren Opfer der derzeitigen PRISM-Diskussion. Im Gegensatz dazu hätten Cloud Services ““Made in Germany” laut techconsult derzeit gute Chancen, sich auch über Deutschland hinaus im Markt zu positionieren.

IT-Cloud-Index: Langzeituntersuchung zum Stellenwert von Cloud Computing in mittelständischen Anwenderunternehmen

Mit dem IT-Cloud-Index präsentiert techconsult eine Langzeituntersuchung zum Stellenwert von Cloud Computing in mittelständischen Anwenderunternehmen. In insgesamt 800 repräsentativen, quartalsweise durchgeführten Interviews werden Anwenderunternehmen aus dem deutschen Mittelstand nicht nur zu ihrem derzeitigen und zukünftigen Nutzungsverhalten befragt, sondern auch der Nutzen von Cloud Computing sowie die Cloud Readiness bewertet. Berücksichtigt werden dabei die drei Cloud Computing-Einsatzszenarien Infrastructure-as-a-Service (IaaS), Platform-as-a-Service (PaaS) und Software-as-a-Service (SaaS).

Ziel des IT-Cloud-Index soll es sein, als Gradmesser für die Etablierung von Cloud Computing im deutschen Mittelstand und zu fungieren, und damit Anwender-Unternehmen die Möglichkeit zu geben, über den zeitlichen Verlauf mögliche Trendlinien und Tendenzen abzulesen.

techconsult Managing Director Peter Burghardt zum IT-Cloud-Index




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